Kältebeständige Kabel (oft auch als „kältefeste Kabel“ bezeichnet) sind Spezialkabel für extrem niedrige Temperaturen. Sie zeichnen sich durch die Verwendung spezieller, kältebeständiger Materialien aus, die es ihnen ermöglichen, selbst unter extremen Bedingungen von -40 °C bis -60 °C hervorragende elektrische und mechanische Eigenschaften beizubehalten. Im Gegensatz dazu verschlechtert sich die Leistung von Standardkabeln in solchen Umgebungen rapide, und ein sicherer und zuverlässiger Betrieb kann nicht gewährleistet werden.
1. Grundlegender Unterschied: Materialauswahl
Das Material ist der entscheidende Faktor für die Tieftemperaturbeständigkeit eines Kabels, die sich vor allem in der Isolierung und dem Mantel widerspiegelt.
Isoliermaterialien
Kältebeständige Kabel: Hierfür werden spezielle Isoliermaterialien wie Fluorpolymere, Polyurethan (PU), kältemodifiziertes PVC und kältevernetztes Polyethylen (XLPE) verwendet. Diese Materialien besitzen Molekularstrukturen mit Flexibilität bei niedrigen Temperaturen, wodurch sichergestellt wird, dass die Isolierschicht auch unter extremen Kältebedingungen nicht reißt oder schrumpft.
Standardkabel: Verwenden in der Regel Standard-PVC- oderXLPE, das bei niedrigen Temperaturen schnell aushärtet und versprödet, was zu einem Ausfall der Isolierung führt.
Ummantelungsmaterialien
Niedrigtemperaturbeständige Kabel: Der Außenmantel besteht häufig aus Nitrilkautschuk, Chloroprenkautschuk (CR), EPDM, thermoplastischem Polyurethan (TPU) oder speziell formulierten Niedrigtemperaturmaterialien.LSZH-MaterialienDiese Materialien sind nicht nur kältebeständig, sondern bieten auch eine ausgezeichnete Abriebfestigkeit, Ölbeständigkeit, UV-Beständigkeit und Witterungsbeständigkeit und gewährleisten so einen umfassenden Schutz des Kabels.
Standardkabel: Der Mantel besteht meist aus Standard-PVC oder Polyethylen (PE), das unter der kombinierten Belastung durch niedrige Temperaturen und komplexe Umgebungen zu Alterung und Rissbildung neigt und dadurch seine Schutzfunktion verliert.
2. Strukturelle und leistungsbezogene Unterschiede
Aufgrund der Materialeigenschaften weisen die beiden Kabeltypen signifikante Unterschiede im strukturellen Design und in der endgültigen Leistungsfähigkeit auf.
Leiter- und Tragwerksplanung
Niedrigtemperaturbeständige Kabel:
Leiter: Häufig werden mehrdrähtige, superfeine, fein gebündelte sauerstofffreie Kupfer- oder verzinnte Kupferdrähte verwendet, was die Flexibilität und Oxidationsbeständigkeit des Kabels deutlich verbessert.
Aufbau: Optimierte Kernlagenlänge und mögliche Zugabe von Zugfasern, Verdrehschutzschichten oder Pufferschichten zur Verbesserung der Biege-, Torsions- und Stoßfestigkeit, geeignet für Anwendungen mit beweglichen Teilen.
Standardkabel: Die Konstruktion ist primär für die statische Installation bei Umgebungstemperaturen ausgelegt, mit geringerer Flexibilität der Leiterlitzen und weniger mechanischen Verstärkungen.
Vergleich der wichtigsten Leistungsmerkmale
Niedrigtemperaturbeständige Kabel:
Mechanische Eigenschaften: Behält auch bei extremer Kälte eine hohe Flexibilität, hohe Zugfestigkeit und Biegeermüdungsbeständigkeit bei.
Elektrische Eigenschaften: Kann stabile Isolationswiderstands- und Spannungsfestigkeitswerte aufrechterhalten und bietet eine ausgezeichnete Leitfähigkeit.
Umweltverträglichkeit: Besitzt hervorragende Abriebfestigkeit, Beständigkeit gegen chemische Korrosion und Witterungsbeständigkeit.
Standardkabel:
Mechanische Eigenschaften: Verliert bei niedrigen Temperaturen an Flexibilität; Mantel und Isolierung neigen zu Rissen, wodurch sie sehr anfällig für mechanische Beschädigungen sind.
Elektrische Eigenschaften: Der Isolationswiderstand sinkt deutlich, das Risiko eines Durchschlags steigt, wodurch ernsthafte Sicherheitsrisiken entstehen.
3. Anwendungsszenarien und wirtschaftliche Überlegungen
Leistungsunterschiede bestimmen unmittelbar die jeweiligen Anwendungsgebiete und die wirtschaftliche Rentabilität.
Anwendungsszenarien
Niedrigtemperaturbeständige Kabel: Sie sind die notwendige Wahl für Bereiche wie Polargebiete, industrielle Kühlhäuser, Hochgebirgsregionen, Schiffsdecks, Windkraftanlagen im Freien, Tiefseeausrüstung, Metallurgie, Petrochemie, Luft- und Raumfahrt sowie Antarktisforschung.
Standardkabel: Sind nur für die Stromverteilung in Innenräumen sowie in gewöhnlichen Industrie- und Wohngebäuden in gemäßigten Klimazonen und anderen Umgebungstemperaturen geeignet.
Installation und Wartung
Niedrigtemperaturbeständige Kabel: Konzipiert für die Installation bei niedrigen Temperaturen; in einigen Fällen können sie mit Vorheizmaßnahmen verwendet werden und bieten hohen Installationskomfort, hohe Systemzuverlässigkeit und geringe Wartungshäufigkeit.
Standardkabel: Die Installation in Umgebungen mit niedrigen Temperaturen ist strengstens verboten, da dies leicht zu dauerhaften Schäden an der Isolierschicht und damit zu hohen Folgekosten für die Wartung führen kann.
Kostenanalyse
Tieftemperaturbeständige Kabel: Aufgrund der Verwendung spezieller Materialien und komplexer Fertigungsprozesse sind die Anschaffungskosten zunächst höher. Innerhalb ihrer vorgesehenen Umgebung bieten sie jedoch zuverlässige Leistung und eine lange Lebensdauer, was zu niedrigeren Gesamtbetriebskosten führt.
Standardkabel: Sie haben zwar niedrige Anschaffungskosten, aber bei unsachgemäßer Verwendung in Umgebungen mit niedrigen Temperaturen kommt es häufig zu Ausfällen, Stillstandszeiten und Sicherheitsvorfällen, was insgesamt zu höheren Kosten führt.
Zusammenfassung
Die Wahl zwischen kältebeständigen und Standardkabeln ist keine einfache, allein auf den Kosten basierende Entscheidung, sondern eine systemtechnische Entscheidung, die grundlegend von den Temperaturbedingungen der Anwendungsumgebung bestimmt wird. Die korrekte Auswahl ist die wichtigste Voraussetzung für den sicheren, stabilen und langfristigen Betrieb von Stromversorgungssystemen in Tieftemperaturumgebungen.
Veröffentlichungsdatum: 28. November 2025

