Photovoltaikkabel erklärt: Strukturelle und materielle Unterschiede zu herkömmlichen Kabeln

Technologiepresse

Photovoltaikkabel erklärt: Strukturelle und materielle Unterschiede zu herkömmlichen Kabeln

Mit der rasanten weltweiten Entwicklung von Photovoltaik-Anlagen spielen Photovoltaikkabel (PV-Kabel) als kritische Komponenten, die PV-Module, Wechselrichter und Kombinationsboxen verbinden, eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und Lebensdauer eines Solarkraftwerks. Im Vergleich zu herkömmlichen Stromkabeln zeichnen sich Photovoltaikkabel durch hochspezialisierte Konstruktionen und die Auswahl geeigneter Kabelmaterialien aus.

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1. Was ist ein Photovoltaikkabel?

Photovoltaikkabel, auch Solarkabel oder PV-Kabel genannt, werden hauptsächlich in Solarkraftwerken, dezentralen Photovoltaikanlagen und Dach-Photovoltaikanlagen eingesetzt. Gängige Modelle sind beispielsweise PV1-F und H1Z2Z2-K, die internationalen Normen wie EN 50618 und IEC 62930 entsprechen.

Da PV-Kabel permanent der Witterung ausgesetzt sind, müssen sie unter hohen und niedrigen Temperaturen, starker UV-Strahlung, hoher Luftfeuchtigkeit und Ozonbelastung zuverlässig funktionieren. Daher sind die Anforderungen an Isolier- und Mantelmaterialien deutlich höher als bei herkömmlichen Kabeln. Typische Eigenschaften sind Beständigkeit gegen hohe und niedrige Temperaturen, ausgezeichnete UV-Beständigkeit, chemische Korrosionsbeständigkeit, Flammschutz, Umweltverträglichkeit und eine geplante Lebensdauer von mindestens 25 Jahren.

2. Herausforderungen für Kabelmaterialien in Photovoltaikanwendungen

In der Praxis werden Photovoltaikkabel üblicherweise direkt im Freien verlegt. Beispielsweise kann die Umgebungstemperatur von PV-Anlagen in europäischen Regionen bei Sonnenschein bis zu 100 °C erreichen. Gleichzeitig sind die Kabel langfristiger UV-Strahlung, Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie mechanischer Belastung ausgesetzt.

Unter solchen Bedingungen können Standard-PVC-Kabel oder herkömmliche Gummikabel keine stabile Langzeitleistung erbringen. Selbst Gummikabel mit einer Betriebstemperatur von 90 °C oder PVC-Kabel mit einer Betriebstemperatur von 70 °C neigen bei der Verwendung in Photovoltaikanlagen im Freien zu Isolationsalterung, Mantelrissen und raschem Leistungsabfall, was die Lebensdauer der Anlage erheblich verkürzt.

3. Kernleistungsmerkmale von Photovoltaikkabeln: Spezielle Isolier- und Mantelmaterialien

Die wichtigsten Leistungsvorteile von Photovoltaikkabeln beruhen primär auf ihren PV-spezifischen Isolier- und Mantelmaterialien. Das heute am häufigsten verwendete Materialsystem ist strahlungsvernetztes Polyolefin, typischerweise auf Basis von hochwertigem Polyethylen (PE) oder anderen Polyolefinen.

Durch Elektronenstrahlbestrahlung werden die Molekülketten des Materials vernetzt, wodurch sich die Struktur von thermoplastisch zu duroplastisch wandelt. Dieser Prozess verbessert die Hitzebeständigkeit, die Alterungsbeständigkeit und die mechanischen Eigenschaften erheblich. Strahlungsvernetzte Polyolefin-Materialien ermöglichen den Dauerbetrieb von Photovoltaikkabeln bei 90–120 °C und bieten gleichzeitig eine ausgezeichnete Flexibilität bei niedrigen Temperaturen sowie UV-, Ozon- und Spannungsrissbeständigkeit. Darüber hinaus sind diese Materialien halogenfrei und umweltverträglich.

4. Struktur- und Materialvergleich: Photovoltaikkabel vs. konventionelle Kabel

4.1 Typischer Aufbau und Materialien von Photovoltaikkabeln

Leiter: Geglühter oder verzinnter Kupferleiter, der hohe elektrische Leitfähigkeit mit Korrosionsbeständigkeit kombiniert.

Isolierschicht: Strahlungsvernetzte Polyolefin-Isoliermasse (spezielles Isoliermaterial für PV-Kabel)

Mantelschicht: Strahlungsvernetzte Polyolefin-Mantelmasse, die einen langfristigen Schutz im Außenbereich bietet.

4.2 Typischer Aufbau und Materialien von konventionellen Kabeln

Leiter: Kupferleiter oder verzinnter Kupferleiter

Isolierschicht: PVC-Isoliermasse oderXLPE (vernetztes Polyethylen)Isoliermasse

Hüllschicht:PVCMantelmaterial

5. Grundlegende Leistungsunterschiede aufgrund der Materialauswahl

Aus Sicht der Leiter sind Photovoltaikkabel und herkömmliche Kabel im Wesentlichen gleich. Die grundlegenden Unterschiede liegen in der Auswahl der Isolier- und Mantelmaterialien.

Die in herkömmlichen Kabeln verwendeten PVC-Isolierungs- und -Mantelmassen eignen sich hauptsächlich für Innenräume oder Umgebungen mit relativ milden Bedingungen und bieten nur eine begrenzte Beständigkeit gegenüber Hitze, UV-Strahlung und Alterung. Im Gegensatz dazu sind die in Photovoltaikkabeln verwendeten strahlungsvernetzten Polyolefin-Isolierungs- und -Mantelmassen speziell für den langfristigen Außeneinsatz entwickelt und gewährleisten auch unter extremen Umgebungsbedingungen stabile elektrische und mechanische Eigenschaften.

Obwohl der Austausch herkömmlicher Kabel gegen Photovoltaikkabel die anfänglichen Kosten senken kann, erhöht er die Wartungsrisiken erheblich und verkürzt die Gesamtlebensdauer der Photovoltaikanlage.

6. Fazit: Die Materialauswahl bestimmt die Langzeitzuverlässigkeit von PV-Systemen

Photovoltaikkabel sind keine einfachen Ersatzkabel, sondern Spezialkabel, die speziell für Photovoltaikanwendungen entwickelt wurden. Ihre Langzeitstabilität hängt maßgeblich von der Auswahl leistungsstarker Isolier- und Mantelmaterialien ab, insbesondere von der sachgemäßen Anwendung strahlungsvernetzter Polyolefin-Materialsysteme.

Für PV-Systemplaner, Installateure und Kabelmateriallieferanten ist ein gründliches Verständnis der Materialunterschiede zwischen Photovoltaikkabeln und herkömmlichen Kabeln unerlässlich, um den sicheren, stabilen und langfristigen Betrieb von Photovoltaik-Kraftwerken zu gewährleisten.


Veröffentlichungsdatum: 31. Dezember 2025